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Die Geschichte des Tees

 

China: Die Wiege der Teekultur

 

Das Wort „Tee“ soll vom chinesischen Wort „Cha“ abstammen, das durch dieses Symbol dargestellt wird:

 

Gesichert scheint, dass die erste Verwendung von Tee in Form eines therapeutischen Getränkes der Dynastie der Han des Westens (206 Jahre vor, bis 8 Jahre nach Christus) zugeschrieben werden kann; und nicht dieser Welle des „bitteren Krautes“. Tee wurde in China erstmals zur Zeit der Westlichen Han-Dynastie (206 v. Chr. bis 8 n. Chr.) als therapeutisches Getränk verwendet. Erst mit der Östlichen Han-Dynastie (25–220 n. Chr.) und der Epoche der drei Königreiche (220–265 n. Chr.) wurde es zum Alltagsgetränk. Nach der zweiten Hälfte der Tang Dynastie (618–907), auch unter dem Einfluss des Meister Lu Yu, wurde dieses Gebräu mit Vorliebe von Poeten und Künstlern getrunken.

 

Der Tee – insbesondere in Form von gepressten Platten – wurde als Tauschgeld und Tribut gebraucht. Man überliess ihn den stürmischen Völkern des Nordens gegen Pferde für die Armee oder als Tausch gegen Frieden. Die ersten Teestrassen entstanden vom Norden Chinas bis in die Mongolei oder vom Südwesten Chinas nach Tibet. Letztere war rund 1500 km lang und wurde von Kamel- und Jak-Karawanen begangen. Sie überquerte über 50 Pässe auf zum Teil über 5000 m Höhe.

 

Japan entdeckt den Tee

Der japanische Mönch Saicho (767–822) kam von einer Reise nach China mit einigen Teesamen zurück, die er in Sakamoto, am Fuss des heiligen Berges von Heizan, pflanzte. Eine eigentliche Teekultur entwickelte sich in Japan jedoch erst Ende des 12. Jahrhunderts. Diese kannte ihren Höhepunkt im 16. Jahrhundert mit der Kodifizierung, durch San No Rikyu, der japanischen Teezeremonie (Chanoyu), nach Zen inspiriert.

 

Europa entdeckt den Tee

Einige Missionare erwähnten im 16. Jahrhundert mit einigen Worten diese Pflanze mit „suavem gustu, nomine chia“ (im Geschmack angenehm, genannt Chia). Aber es waren die Holländer, die gegen 1606 die ersten Teekisten nach Europa brachten. Dieses holländische Schiff kam von Java, wo die Holländer ein Zwischenlager für Produkte aus dem Orient eingerichtet hatten und wohin der Tee mit chinesischen Schiffen gebracht wurde. Diese berühmten Kisten wurden gegen Salbei getauscht. Die Holländer waren überzeugt, dass Salbei Asien erobern würde... aber es war der Tee, der Europa eroberte.

 

Die Engländer reissen sich den Markt unter den Nagel

 

Die Engländer entdeckten den Tee einige Jahrzehnte nach Kontinental-Europa. Tatsächlich brauchte es einige Zeit bis der Tee den von den Engländern heiss geliebten Kaffee ersetzen konnte. Nach verschiedenen Zwischenfällen, welche sehr wahrscheinlich durch portugiesische Missionare ausgelöst wurden, schloss Japan im Jahre 1638 seine Häfen für den Westen. Somit wurde China der einzige mögliche Lieferant für Tee. Die East India Company, die anfangs des 16. Jahrhunderts von der Königin Elisabeth geschaffen wurde, begann eine offensive Politik mit Mitteln, die normalerweise Staaten vorbehalten waren. Die East India Company verdrängte somit alle möglichen Konkurrenten (Holländer, Franzosen usw.) und errichtete ein Monopol auf alle Transaktionen mit China. Dieses hatte von 1715 bis 1834 Bestand.

Die Boston Tea Party

Die amerikanischen Kolonien demonstrierten am 16. Dezember 1773 gegen die Steuern und die ungeheuren Verkaufsbedingungen, die ihnen von der East India Company aufgezwungen wurden. Als Indianer verkleidet, warfen Männer die gesamte Schiffladung, 342 Kisten Tee, der drei englische Schiffe Dartsmouth, Eleanor und Beever ins Wasser des Hafens von Boston. Dieses Ereignis, das heute als Boston Tea Party bezeichnet wird, war der erste Akt des Unabhängigkeitskrieges der Vereinigten Staaten.

 

Das Wettrennen um den Tee: die Klipper

 

Etwas weniger als ein Jahrhundert später, nach 1845, bot der Tee den Amerikanern eine neue Gelegenheit, die Engländer bzw. ihre schweren und langsamen Schiffe (die „East Indiamen“), Erinnerungsstücke des Monopols der East India Company, herauszufordern. Die Amerikaner erfanden die Klipper: schlanke elegante Schiffe mit grossen Segeln... die vor allem sehr schnell waren. Daraufhin entstanden richtige Wettrennen mit den Klippern. Das bekannteste fand im Jahre 1866 mit 15 Schiffen statt. Obwohl die Renndistanz 28'000 km betrug, gewann der Klipper Taeping mit nur 20 Minuten Vorsprung auf das zweite Schiff. Diese Rennen waren äusserst bedeutsam, denn mit der ersten Tell-Ladung der neuen Ernte, die auf den Markt kam, legte man die Preise fest. Die Öffnung des Suezkanals 1869 und das Aufkommen von Dampfschiffen beendete diese Epoche.

 

Schaffung neuer Teeplantagen

Aber warum mit so grossem Aufwand importieren, was man in den eigenen Kolonien anbauen könnte? Die Jahre zwischen 1820 und 1840 wurden von immer grösseren Anstrengungen der Engländer geprägt, den Chinesen Teesträucher und das notwendige Wissen abzuluchsen, um Tee-Plantagen in Indien aufzubauen. So wäre es den Engländern möglich, China zu umgehen – den dazumal einzigen und wenig kooperativen Lieferanten.

 

Ein schottischer Major, Robert Bruce, entdeckte im indischen Dschungel von Assam einen Volksstamm, der ein Getränk aus immensen Bäumen herstellte, welche wilde Teesträucher sein könnten. Als er starb, übernahm sein Bruder, Charles Alexandre Bruce, Kommandant des Kanonenbootes Diana, seine Nachfolge. Er organisierte Plantagen, rodete viele Hektaren Urwald und nutzte unter schlimmsten Bedingungen lokale Arbeitskräfte aus. Es erforderte viel Überzeugungsarbeit bis diese riesigen Bäume als neue Teesorte anerkannt wurde: den Assam-Tee.

 

Sehr schnell wurden Plantagen in Darjeeling, Cachar, Sylhet, Dooars, Terai und Nilgiri geschaffen.

 

Im Jahre 1848 schickten die Engländer den Botaniker Robert Fortune als Chinesen verkleidet nach China. Es gelang ihm, mit 85 chinesischen Arbeitern und 20'000 Pflanzen zurückzukommen.

 

Ceylon ersetzt der Tee den Kaffee

Seit 1825 war Ceylon für seinen Kaffee berühmt. Zwischen 1865 und 1890 die prächtigen Kaffee-Plantagen in Ceylon (dem heutigen Sri Lanka) jedoch durch eine Pilzkrankheit zerstört (Hemileia Vastratix, auch „Kafferost “ genannt). James Taylor, ein Mann der London im Alter von 17 Jahren verliess, um nach Ceylon zu reisen, hatte um 1860 die Idee, im Loolecondera Garten, wo er arbeitete, einige Teesamen zu pflanzen. Diese Fläche von 8 Hektaren, genannt „Feld 7“ war ein Erfolg und kann als die erste kommerzielle Teepflanzung der Insel bezeichnet werden. Daraufhin kam der Gedanke auf, den ruinierten Kaffeebauern ihr Land abzukaufen, um darauf Tee anzupflanzen und neues Vermögen zu schaffen. Diese Idee wurde vom Iren Thomas Lipton umgesetzt, der auf der Suche nach guten Investitionen die Plantagen kaufte. Er hatte einen für die damalige Zeit äusserst ausgeprägten Sinn für Reklame und Vermarktung , sodass man schnell vergass, dass er nur 2'230 der insgesamt 153'800 Hektaren Tee-Plantagen auf Ceylon besass. Der einfallsreiche und intelligente James Taylor wurde hingegen von Loolecondera weggejagt als der Garten von der English Oriental Bank gekauft wurde. Verbraucht und verelendet erkrankte er im Alter von 57 Jahren an Ruhr und starb voller Gram am 2. Mai 1892 ohne je zu erfahren, dass der Tee von Ceylon ein Jahr später an der Weltausstellung von Chicago für viel Aufsehen sorgte.

 

Ab 1887 drängten die Importe aus den englischen Kolonien jene aus China immer weiter in den Hintergrund. So konnte sich England endlich lösen von dem mit dem englischen Liberalismus wenig kooperativen Reich der Mitte.

Teesträucher vom Winde verweht

 

Durch diese Erfolge bestärkt, haben die Teesträucher seither die ganze Welt (oder fast)erobert. Er wird in Südamerika (Argentinien, Brasilien, Peru, Ecuador usw.), Afrika (Kenia, Zimbabwe, Ruanda, Kamerun, Malawi, Mozambique, Äthiopien usw.), Georgien, der Türkei, dem Iran, Indonesien und dem Vietnam, auf Mauritius, den Azoren und in Malaysia angebaut. Es fanden ebenfalls einige interessante Versuche in der Bretagne, in Paris und auf Korsika statt.

 

Mit Ausnahme von China, Indochina, Indien (für die Volksstämme von Assam), Sri Lanka und Japan sind also alle Länder junge Teeproduzenten und ihre kommerziellen Teeplantagen gehen nicht weiter zurück als in das 19. oder 20. Jahrhundert.